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Johannes Brahms - Ein deutsches Requiem - Hans Schanderl, Im Traum gesungen (UA), Sinfonischer Liederzyklus - Nürnberg

Beginn:
22.10.2017, 19:00 Uhr
Ende:
-

Johannes Brahms - Ein deutsches Requiem - Hans Schanderl, Im Traum gesungen (UA), Sinfonischer Liederzyklus in Nürnberg

Philharmonischer Chor Nürnberg

Nürnberger Symphoniker

Solisten:
Claudia Reinhard (Sopran)
Jochen Kupfer (Bariton)

Gesamtleitung: Gordian Teupke

Mit seinem „Deutschen Requiem“, das in wesentlichen Teilen in seine Schaffensperiode um 1866 fällt, wollte der in Hamburg geborene und in Wien gestorbene Johannes Brahms (1833-1897) bewusst vom bisherigen Weg der Vertonung der liturgischen Textvorlage abgehen und „den Menschen in den Vordergrund stellen, den Lebenden, den Zurückgelassenen, den Trauernden, den Leid Tragenden. Er sollte getröstet werden“ (Harenberg Chormusikführer). Für Brahms war Chormusik stets im Mittelpunkt seines Schaffens gestanden und der enorme Erfolg des „Deutschen Requiem“ gründet wohl in der subjektiven Ansprache des Werks, der ernsten Authentizität, mit der das Werk ein Thema behandelt, das jeden Hörer früher oder später erreicht. So schrieb einer der einflussreichsten österreichischen Musikkritiker dieser Zeit, Eduard Hanslik: „Der Glücklichste, der nie einen Verlust erfahren, wird das ´Deutsche Requiem´ mit jener inneren Seligkeit genießen, welche nur die Schönheit gewährt. Wer hingegen ein teures Wesen betrauert, der vermesse sich nicht, bei den überwältigend rührenden Klängen trockenen Auges zu bleiben. Aber er wird erfahren, wie verklärend und stärkend der reinste Trost aus dieser Musik fließt“.
Im ersten Teil des Abends wird der Philharmonische Chor den anlässlich seines 50. Chorjubiläums in Auftrag gegebenen Sinfonischen Liederzyklus „Im Taum gesungen“ des 1960 in Regensburg geborenen und in Berlin lebenden Komponisten Hans Schanderl aufführen, der für seine bisherige Arbeit vielfach, auch international, ausgezeichnet wurde und sich mit in der Presse sehr positiv bedachten Kooperationen, u.a. mit dem Bayerischen Rundfunkchor oder dem Rundfunkchor Berlin, bereits hohe Anerkennung erworben hat.
Dem Auftragswerk liegen zugrunde zum einen Verse der deutsch-jüdischen und in Wuppertal geborenen Dichterin Else Lasker Schüler (1869-1945) aus ihrem Gedichtband „Mein blaues Klavier“, das in kleiner, numerierter Auflage im Jahr 1943 in Jerusalem erschienen. Die Vertonung dieses Gedichts wurde für die Sopransolostimme geschrieben.
Der indische Dichter und Träger des Literaturnobelpreises, Rabindranath Tagore (1861-1941), liefert mit seinen bengalischen Gedichten, die im Jahre 1910 unter dem Namen „Gitanjali“ (frei ins Deutsche übersetzt Gebete, Angebot an Liedern) veröffentlicht wurden, die Textvorlage für die zweite Vertonung. Im für die Komposition gewählten Gedicht Nr. 42 wird sehnsuchtsvoll die Unendlichkeit des Meeres besungen, seine Grenzenlosigkeit, so wie sie auch für die Melodien seiner Lieder gelten soll. Hier wird der Bariton die Solopartie wahrnehmen.
Ossip Mandelstam (1891-1938), geboren in Warschau als Sohn jüdischer Eltern, war ein russischer Dichter und Wegbegleiter, Freund und Kollege von Boris Pasternak. Er war ein Vertreter des sog. Akmeismus („Höhepunkt einer Entwicklung“), darunter verstand man eine russische Literaturströmung der Moderne zwischen 1910 und 1920. Mit seinem Gedicht „Silentium“, das hier den Textvorlage liefert, geht es um die Hoffnung auf die Geburt eines Wesens, das Musik und Worte untrennbar verbindet. Hier werden Sopran und Bariton gemeinsam agieren, quasi die untrennbaren Musik und Wort verkörpernd.
In allen drei Stücken dieser Uraufführung werden der Philharmonische Chor und die Nürnberger Symphoniker die Solostimmen begleiten.

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