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Torgau tritt Städtekooperation „Wege zu Cranach“ bei

Die Beitrittserklärung wurde heute in der oberfränkischen Kreisstadt Kronach von der Oberbürgermeisterin der Großen Kreisstadt Torgau, Andrea Staude, dem Landrat des Landkreises Nordsachsens, Michael Czupalla, und dem Ersten Bürgermeister der Stadt Kronach, Wolfgang Beiergrößlein, unterzeichnet. Mit dieser Erklärung sind die Stadt Torgau und der Landkreis Nordsachsen - als Eigentümer von Schloss Hartenfels - Teil der städteübergreifenden Kooperation „Wege zu Cranach“. Das Hauptanliegen der Vereinigung ist es, das Wirken der Malerfamilie Cranach am authentischen Ort zu würdigen und einem breiten Publikum zu vermitteln.

„Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit“, sagt Oberbürgermeisterin Andrea Staude. „Dies wird uns weitere Möglichkeiten auf touristischer Ebene eröffnen sowie den wissenschaftlichen Austausch und das Aufbereiten aktueller Forschungsergebnisse vorantreiben.“ Anlässlich des 500. Geburtstages von Lucas Cranach dem Jüngeren, im Themenjahr der Lutherdekade „Reformation – Bild und Bibel“, präsentiert sich die Städtekooperation ab 2015 mit einer neuen Broschüre sowie einem Reiseführer, in dem Torgau als Reiseempfehlung eingebunden sein wird. Ebenso ist Torgau als Cranachstätte im Cranachportal www.wege-zu-cranach.de vertreten.

„Im Zuge der Städtekooperation werden wir insbesondere Schloss Hartenfels als Wirkungsstätte der Cranach-Werkstatt wieder stärker ins Bewusstsein rücken“, erklärt Landrat Michael Czupalla. „Wir werden gemeinsam mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden die einstige bildkünstlerische Ausstattung dokumentieren und die erhaltenen Spuren für Besucher erlebbar machen.“ Schloss Hartenfels ist ein wesentlicher Bestandteil im Wirken der Cranach-Werkstatt. Mehrere Aufenthalte Cranachs zur Ausgestaltung des Schlosses, insbesondere zur Zeit des groß angelegten Umbaus unter Kurfürst Johann Friedrich dem Großmütigen ab 1533, sind archivalisch belegt. Der hier in der Spiegelstube freigelegte Grotesken-Fries ist das einzig bekannte erhaltene Beispiel einer Wandmalerei, das der Cranach-Werkstatt bisher zweifelsfrei zugeschrieben werden konnte. Der Fries wird derzeit restauriert und ist im Rahmen von Führungen zu besichtigen. Sichtbare Zeugnisse sind außerdem eindrucksvolle Bauplastiken und Medaillons am jüngst restaurierten Großen Wendelstein sowie am Schönen Erker, die auf Vorlagen der Cranach-Werkstatt schließen lassen.

Darüber hinaus verfügt Torgau mit der Tafel der 14 Nothelfer in der Stadtkirche St. Marien über ein bedeutendes Werk von Lucas Cranach dem Älteren. Das Gemälde am Kopf der Grabplatte der Sophie von Mecklenburg, Kurfürstin von Sachsen, ist Teil eines Altars zum Gedenken an die Kurfürstin aus dem Jahr 1507. Daneben ist im Torgauer Stadtmuseum eine Altartafel des Hl. Nikolaus von Lucas Cranach zu sehen, die aus der ehemaligen Torgauer Klosterkirche stammt. Im Jahr 2009 konnte diese mit Hilfe der Ernst-von-Siemens-Stiftung nach Torgau zurückgeholt werden.

Vom 15. Mai bis 31. Oktober 2015 werden im Rahmen der 1. Nationalen Sonderausstellung „Luther und die Fürsten“ berühmte Porträtgemälde von Lucas Cranach dem Älteren und seinem Sohn Lucas Cranach dem Jüngeren im Schloss Hartenfels präsentiert. Sie gaben der Reformation ein Gesicht und leisteten so einen wesentlichen Beitrag zur Verbreitung des neuen Glaubens. Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden besitzen mit knapp 50 Gemälden den weltweit größten Bestand an Cranach-Werken. Bedeutende Porträts unter anderem der Kurfürsten August und Moritz, aber auch von Martin Luther und Philipp Melanchthon sowie ausgewählte Cranach-Leihgaben aus deutschen und internationalen Museen werden für die Ausstellung nach Torgau reisen.

 

Hintergrundinformationen zur Stadt Torgau
Torgau ist in ihrer Geschlossenheit Deutschlands besterhaltene Renaissancestadt. Hier stehen mit Schloss Hartenfels das bedeutendste noch erhaltene deutsche Schloss der Frührenaissance (www.schloss-hartenfels.de) sowie über 500 umfangreich sanierte Einzeldenkmale. Die Stadt ist außerdem die bedeutsamste Reformationsstätte im Freistaat Sachsen.
Mit der Schlosskapelle entstand hier der erste von Martin Luther konzipierte protestantische Kirchenneubau. Er persönlich weihte das Gotteshaus 1544 ein und weilte über 50 Mal in der Stadt. Martin Luthers Frau, Katharina von Bora, starb in Torgau und liegt in der Marienkirche begraben. In Vorbereitung auf das 500. Reformationsjubiläum im Jahr 2017 beteiligt sich die Stadt mit verschiedenen Veranstaltungen an der Gestaltung der sogenannten Lutherdekade. Höhepunkt wird vom 15. Mai bis 31. Oktober 2015 die nationale Sonderausstellung „Luther und die Fürsten“ sein, die von den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden in Torgau präsentiert wird. www.luther.skd.museum

Hintergrundinformationen zur Städtekooperation „Wege zu Cranach“
Die städteübergreifende Kooperation „Wege zu Cranach“ wurde im März 2011 in Kronach, der Geburtsstadt von Lucas Cranach dem Älteren gegründet. Zum Städtebund gehören insgesamt dreizehn Partnerorte: Kronach, Coburg, Nürnberg, Lutherstadt Wittenberg, Dessau-Roßlau, Neustadt an der Orla, Gotha, Erfurt, Schneeberg, Eisenach, Weimar, Meißen und Torgau. Mehr Informationen erhalten Sie unter: www.wege-zu-cranach.de

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Bilder

Unterzeichnung Beitrittserklärung; Foto: Stadt Kronach

Die 14 Nothelfer, Lucas Cranach d. Ä., um 1507, Stadtkirche St. Marien Torgau; Bildrechte/Foto: Evangelische Kirchgemeinde Torgau

Grotesken-Fries, Lucas Cranach d. Ä., um 1537, Ausschnitt Schloss Hartenfels Torgau, Spiegelstube; Bildrechte/Foto: Landkreis Nordsachsen/Nadja Kühne
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