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Nürnberger Grundstücksmarktbericht 2013

Der Gutachterausschuss hat die aktuellen Zahlen zum Nürnberger Immobilienmarkt veröffentlicht. „Die Zahl der Verkäufe ist 2013 gesunken, es wurden jedoch höhere Preise erzielt. Zudem ist die Preissteigerung bei mehrgeschossigen Wohnimmobilien deutlich höher als bei Ein- und Zweifamilienhäusern“, fasst Bau- und Planungsreferent Wolfgang Baumann die Ergebnisse des Grundstücksmarktberichts 2013 zusammen.

Nach Analyse der Kaufpreissammlung, die sämtliche Kaufverträge über Immobilien in Nürnberg des Jahres 2013 enthält, lag der Geldumsatz im letzten Jahr im gesamten Stadtgebiet von bei circa 1,5 Milliarden Euro. Dieser Umsatz resultiert aus einer Anzahl von 5 592 Kauffällen. Gegenüber dem Vorjahr (6 032 Kauffälle) sind sieben Prozent weniger Immobilien verkauft worden. Untergliedert nach Teilmärkten waren dies bei unbebauten Grundstücken fünf Prozent, bei bebauten Grundstücken acht Prozent und bei Eigentumswohnungen neun Prozent weniger Verkaufsfälle. Laut einer Studie des Deutschen Städtetags, an der 67 große Städte teilnahmen, ist bei der Umsatzentwicklung auch in anderen Kommunen überwiegend ein eher rückläufiger Trend vorhanden. Die Kaufvertragszahlen in mehr als 40 Prozent der befragten Städte sind rückläufig, in einem Drittel stagnieren sie.

Demgegenüber sind die Preise 2013 in Nürnberg wie auch in 65 Prozent aller Städte gestiegen. Die Bauplatzpreise für Ein- oder Zweifamilienhäuser stiegen in Nürnberg gegenüber dem Vorjahr um neun Prozent und die Preise der Bauflächen für den Geschosswohnungsbau sogar um 21 Prozent. Dies ist der stärkste Preisanstieg der letzten 20 Jahre.

Beim Verkauf von neuen Reihen- oder Doppelhäusern wurden je nach Lage, Größe und Ausstattung Preise zwischen 280 000 und 430 000 Euro bezahlt, wobei auch Preise von 520 000 Euro im nördlichen Stadtgebiet gezahlt wurden. Für gebrauchte Objekte lag der Verkaufspreis meist zwischen 200 000 und 370 000 Euro. Insgesamt sind die Preise für Reihen- und Doppelhäuser gegenüber dem Vorjahr um zehn Prozent gestiegen. Auf dem Markt für freistehende Häuser ist die Preissteigerung mit vier Prozent vergleichsweise moderat ausgefallen, wobei die Preise eine stärkere Streuung wegen der größeren Individualität von Eigenheimen aufweisen. Die Höhe der Kaufpreise für Bestandsobjekte bewegte sich zwischen 270 000 und 650 000 Euro.

Die auf dem Immobilienmarkt gehandelten Mehrfamilienhäuser im Bestand waren um elf Prozent teurer als im Vorjahr. Für diese Objekte, die überwiegend älteren Baujahrs sind, wurden vom Gutachterausschuss Orientierungswerte zwischen etwa 500 000 bis 750 000 Euro ermittelt. Nachdem sich die Preise für Wohnimmobilien seit Beginn der 1990er Jahre bis circa 2008 tendenziell eher rückläufig entwickelt haben, stiegen sie in den letzten fünf Jahren deutlich an. So lag die Preissteigerung im Segment der mehrgeschossigen Wohnimmobilien in den letzten fünf Jahren, sowohl für unbebaute als auch für bebaute Grundstücke, bei etwa 55 Prozent. Das ist fast doppelt so hoch wie im Segment der ein- und zweigeschossigen Wohnimmobilien.

Der Preisindex der neuerrichteten Eigentumswohnungen hat sich im letzten Jahr um sechs Prozent erhöht, für Eigentumswohnungen der Baujahre ab 1946 betrug die Preissteigerung neun Prozent und für die der Baujahre vor 1945 acht Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Preisindex der neuerrichteten Eigentumswohnungen liegt nun, nachdem er sich im letzten Jahr um sechs Prozent erhöht hat, oberhalb der bisherigen Rekordmarke aus der Hochpreisphase im Jahr 1994. Der Kaufpreis (jeweils pro Quadratmeter Wohnfläche) für neu errichtete Eigentumswohnungen lag 2013 im Stadtgebiet meist zwischen 2 800 und 3 900 Euro, das heißt durchschnittlich bei etwa 3 300 Euro, für kleine Neubauwohnungen durchschnittlich bei circa 3 700 Euro. Auch Preise über 4 000 Euro stellte der Gutachterausschuss fest. Für gebrauchte große Eigentumswohnungen wurden 1 200 bis 2 500 Euro bezahlt. Bei kleinen, insbesondere bei Einzimmerwohnungen, zeigte sich in der Vergangenheit ein stärkerer Preisverfall als bei größeren Drei- oder Vierzimmerwohnungen. So liegen in der Regel die Kaufpreise für kleine ältere Wohnungen etwa bei 1 100 bis 1 500 Euro, für 15 bis 20 Jahre alte, kleine Wohnungen bis etwa 2 500 Euro. Neben dem Alter beeinflusst insbesondere die Lage der Immobilie die Preise.

Der Nürnberger Grundstücksmarktbericht 2013 enthält auf 140 Seiten Erläuterungen und Wertangaben für Reihenhäuser, Doppelhaushälften, freistehende Häuser, Mehrfamilienhäuser und Eigentumswohnungen nach Stadtgebieten sortiert. „Unsere Aufgabe ist es, den örtlichen Immobilienmarkt für jedermann transparent zu machen“, erläutert Frank Seidler, Vorsitzender des Gutachterausschusses. „Deshalb bietet der Bericht des unabhängigen Gutachterausschusses neben den Informationen für Immobilienexperten auch für Laien umfangreiche Marktinformationen und trägt so zur Transparenz bei. So können zum Beispiel Haus- oder Wohnungseigentümer mithilfe des Marktberichtes den ungefähren Wert ihrer Wohnimmobilie selbst ermitteln.“ Die Nutzer haben die Möglichkeit, anhand der veröffentlichten Tabellen den Wert aus einem Gebäudewertanteil und einem Bodenwertanteil zu berechnen.

 

Der Nürnberger Grundstücksmarktbericht 2013 kann im Dienstleistungszentrum BAU, Lorenzer Straße 30, kostenlos eingesehen oder dort für 50 Euro erworben werden.

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