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Portal für Hofastronomen Simon Marius

Mit dem jüngst im Staatsarchiv Nürnberg vorgestellten Marius-Portal wird an einen der bedeutendsten fränkischen Astronomen erinnert, der 1610 zeitgleich mit Galileo Galilei die vier großen Jupitermonde entdeckte. Seine Ergebnisse publizierte Simon Marius (1573 – 1624) jedoch erst im Jahr 1614 in seinem Hauptwerk Mundus Iovialis, das damit auf 400 Jahre zurückblicken kann.

Der markgräfliche Hofastronom kann damit keine Priorität beanspruchen, doch der Plagiatsvorwurf durch Galilei erfolgte zu Unrecht, wie Anfang des 20. Jahrhunderts aufgeklärt wurde.
Dennoch leidet der Ruf von Marius noch heute unter diesem Makel.

Um seine Leistungen zu würdigen, listet das Marius-Portal www.simon-marius.net nicht nur alle Werke und die gesamte Sekundärliteratur, sondern verlinkt – wo immer möglich – direkt zu den Schriften. Die Benutzer können in der 24-sprachigen Menüführung auch Presseberichte, Internetseiten und Veranstaltungen auswählen. „Mit dem Marius-Portal steht Interessenten wie Forschern endlich alles von und über Marius zur Verfügung“ resümiert Herausgeber Pierre Leich von der Nürnberger Astronomischen Gesellschaft.

Marius war wie Galilei oder der Engländer Thomas Harriot weltweit einer der ersten Nutzer des eben erfundenen Teleskops und machte sensationelle Entdeckungen damit, die einen Umbruch des Weltbildes einleiteten. Auch wenn sich Marius aufgrund fehlender Beweise noch nicht zum Copernicanismus mit der Sonne im Zentrum entschließen mochte, war seine Forschung auf internationalem Topniveau.

Im Beisein von Vertretern der Generaldirektionen der bayerischen Staatlichen Archive und der Staatsbibliothek sowie weitere Archive und Bibliotheken aus Mittelfranken wurde das Marius-Portal am 18. Februar – exakt 400 Jahre nach der Widmung in seinem Hauptwerk – freigeschaltet.

Förderung erhält das Projekt von der Staedtler Stiftung, den Städten Ansbach, Gunzenhausen und Nürnberg sowie dem Bezirk Mittelfranken und dem Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, weiterhin den Vereinigten

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Bilder

Freischaltung des Marius-Portals: Pierre Leich (Portal-Herausgeber), Dr. Peter Fleischmann (Direktor des Staatsarchivs Nürnberg), Dr. Stephan Kellner (Bavarica-Referent der Bayerischen Staatsbibliothek) und Dr. Ralph Puchta (Vizepräsident der Nürnberger Astronomischen Gesellschaft). Foto: Kaller & Kaller
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