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Cranachjahr 2015 auch wissenschaftlich eingeläutet

Im März widmet sich die Städtekooperation „Wege zu Cranach“ in ihrer online-Rubrik „Cranach des Monats“ auf www.wege-zu-cranach.de erstmalig einem Werk aus dem druckgrafischen Oeuvre Lucas Cranach des Älteren. Dr. Marlies Schmidt, Kunsthistorikerin der Cranach-Stiftung Wittenberg, beschreibt in ihrer Bildbetrachtung den Einblattholzschnitt „Der Sünderfall“ (um 1522), der im Bestand der Cranach-Stiftung in einem Abzug des 19. Jahrhunderts vorliegt. Nachdem der kulturtouristische Startpunkt für das Cranach-Jahr 2015 zu Beginn des Monats März auf der ITB gegeben wurde, läutete Lutherstadt Wittenberg gemeinsam mit Weimar in der vergangenen Woche das Cranach-Jahr auch in wissenschaftlicher Hinsicht ein. So lud die Klassik Stiftung Weimar am 18. und 19. März zu einer wissenschaftlichen, interdisziplinären Tagung ins Goethe-Nationalmuseum, um unter dem Titel „Cranach in Weimar“ den Fokus vor allem auf den berühmten, 1555 fertiggestellten Cranach-Altar in der Weimarer Kirche St. Peter und Paul und dessen Rezeption im Verlauf der Jahrhunderte zu richten. In Lutherstadt Wittenberg hingegen widmete sich ein von den Luthergedenkstätten Sachsen-Anhalt und der Freien Universität Berlin organisiertes internationales Symposium „Cranach der Jüngere und die Reformation der Bilder“ erstmals dem gesamten Leben und Wirken Lucas Cranachs des Jüngeren. Vom 20. bis 22. März rückten Kunsthistoriker und Kunsttechnologen, unterstützt durch Experten der Reformationsgeschichte, Literaturwissenschaft und Archivforschung den jüngsten Sohn von Lucas Cranach dem Älteren als Künstlerpersönlichkeit und Zeitgenosse einer Zwischenphase von Reformation und konfessionellem Zeitalter in den Mittelpunkt. Beide Tagungen waren mit jeweils über 100 Besuchern (in Lutherstadt Wittenberg sogar über 160 Teilnehmer) sehr gut besucht und beide planen eine Veröffentlichung der Vorträge, im Falle Weimars im Jahrbuch der Klassik Stiftung (2015), in Wittenberg als Sammelband in Verbindung mit dem Katalog der Landesausstellung „Lucas Cranach der Jüngere. Entdeckung eines Meisters“. Dank des wissenschaftlichen Beirates der „Wege zu Cranach“, in dem die Cranach-Experten beider Tagungsausrichter kooperieren, war es möglich, die Tagungstermine frühzeitig aufeinander abzustimmen und inhaltliche Schwerpunkte dergestalt zu setzen, dass sie sich ideal ergänzen konnten.

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