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Münnerstädter Freilichtspiel wird für die Zukunft aufgestellt

Von der wundersamen Errettung Münnerstadts aus Feindesnot im Dreißigjährigen Krieg erzählt auch in diesem Jahr am 30. August sowie am 6. und 13. September das historische Heimatspiel „Die Schutzfrau von Münnerstadt“. Rund 200 Bürgerinnen und Bürger in farbenfrohen Kostümen lassen seit dem Jahr 1927 nahezu ununter-brochen vor der Kulisse des Heimatspielhauses eine ergreifende Marienlegende lebendig werden. Mit Unterstützung des EU-Förderprogramms Leader und weiterer Unterstützer kann die Heimatspielgemeinde nun ihre Marketingmaßnahmen, sowie ihre Beschallungsanlage und die Absperrungen modernisieren.

Modernes Erscheinungsbild
Bereits seit Monaten wird am neuen Konzept für das beliebte Freilichtspiel gearbeitet. Beauftragt wurde die örtliche Werbeagentur GrafikDesign Christine Schikora. Die Diplom-Grafikerin hat rund um die „Schutzfrau von Münnerstadt“ ein modernes Erscheinungsbild entwickelt. Die Farbpalette des neuen Corporate Designs orientiert sich an warmen Rot- und Brauntönen sowie Grauabstufungen der Kostüme sowie des Heimatspielhaus-Ensembles und des Jörgentors.

Rose als Signet
Als Signet fungiert die Rose, das christliche Symbol der Muttergottes. Das Bild der Rose zieht sich wie ein roter Faden durch das Spiel und eignet sich deshalb in besonderer Weise, für die Aufführun-gen zu werben. Das neue Erscheinungsbild spiegelt sich in Plakaten, Flyern, Anzeigen, Programm-heften und der Website wider. Erste Erzeugnisse liegen bereits vor, um rechtzeitig an Busunterneh-men, Pfarreien und andere Partner verteilt zu werden.

Noch mehr Besucher gewinnen
„Wir möchten mit der modernisierten Technik und einem professionellen Marketing noch mehr Besu-cher aus dem weiteren Umfeld gewinnen“, erläutert Bruno Eckert, 1. Vorsitzender der Heimatspiel-gemeinde Münnerstadt e.V. Jüngere Zielgruppen sollen angesprochen und auch für die Stadt selbst begeistert werden.
Bei einer Mitgliederversammlung zeigten sich die Akteure begeistert von der „Auffrischungskur“. „Gerade jetzt ist ein guter Zeitpunkt, für unser Spiel zu werben, denn Heimatliebe, Brauchtum und Historie liegen bei Jung und Alt voll im Trend“, so Bruno Eckert weiter.

Zahlreiche Unterstützer
Die Heimatspielgemeinde Münnerstadt e.V. erhält von Leader rund 35.000 Euro. Weiterhin unter-stützt die Stadt Münnerstadt die Modernisierung des jährliches Events mit 10.000 Euro, der Bezirk Unterfranken (Unterfränkische Kulturstiftung) gibt rund 6.000 Euro und der Kulturfonds Bayern fast 11.000 Euro. Dazu kommen Spenden wie z.B. von der Sparkasse Bad Kissingen in Höhe von 1.000 Euro und von Privatpersonen in Höhe von 7.500 Euro. Bezirk Unterfranken, Kulturstiftung Bayern und Sparkasse fördern ausschließlich die Beschaffung einer neuen Beschallungsanlage bzw. von Absperreinrichtungen. Leader und Stadt Münnerstadt fördern neben Beschallungsanlage und Ab-sperrung auch die Neugestaltung des Marketings.

Keine Nachwuchssorgen
Das Spiel selbst wird getreu der Vorlage von Ludwig Nüdling (1874 – 1947) wieder dreimal vor dem frisch sanierten Heimatspielhaus aufgeführt. Unter den Darstellern werden viele bekannte Ge-sichter zu sehen sein, denn Heimatspieler ist man meist ein Leben lang, wie Bruno Eckert mit Stolz erzählt. „Für uns Spieler sind die Inszenierungen eine Art Gottesdienst“, führt der Münnerstädter aus, der selbst seit mehr als 50 Jahren mit agiert. Nachwuchssorgen kennt der Verein nicht. Auch in die-sem Jahr spielen wieder junge Leute als Stadtknecht, Bürger, Scholaren, Mäher, Schnitterinnen, Musikanten, Tänzer, Soldaten und Räte mit.

Spieltage 30. August, 6. und 13. September
Erster Spieltag in diesem Jahr ist Sonntag, der 30.August. . Hier findet auch der traditionelle Schutz-engelmarkt mit verkaufsoffenem Sonntag statt. Das zweite Mal drehen die Münnerstädter das Rad der Zeit am 06. September um rund 360 Jahre zurück. Zum dritten Mal entfaltet sich der prächtige Bilderbogen am 13. September, dem Tag des offenen Denkmals. An allen Spieltagen erleben die Zuschauer, dass inbrünstige Rosenkranzgebete donnernde Kanonen zum Schweigen bringen kön-nen. Den Auftakt bildet stets ein Festzug. Stadtführungen und Nachtwächterführungen machen den Besuch zu einem besonderen Erlebnis.

Karten im Vorverkauf
Das Spiel mit Tanz und Gesang, eindringlichen Gebeten und spannenden Dialogen dauert rund anderthalb Stunden (13.45 Uhr Festzug, 14.30 Spielbeginn). Karten gibt es im Vorverkauf und an der Tageskasse für 12,00/11,00/10,00 Euro. Für Reisegruppen gelten Sonderkonditionen. Weitere Informationen: Heimatspielgemeinde Münnerstadt e.V., Bruno Eckert, 1. Vorsitzender, Schützenstr. 4, 97702 Münnerstadt, Tel. 09733 13 64, info@heimatspiel-muennerstadt.de www.heimatspiel-muennerstadt.de

 

Hintergrund-Info
Das historische Volksschauspiel „Die Schutzfrau von Münnerstadt“ von Ludwig Nüdling (1874 – 1947) ist ein Vertreter der seit dem 12. Jahrhundert typischen Marienverehrung. Maria wird als Helfe-rin in allen Notlagen angerufen, besonders in Kriegsgefahr. Sie wird zur Schutzpatronin von Ländern, Städten, Kirchen und Einrichtungen. „Die Schutzfrau von Münnerstadt“ zählt mit ihrer Erstaufführung im Jahr 1927 zu den ältesten Volksschauspielen Frankens. Entstanden ist es auf Betreiben des da-maligen Bezirkshauptmanns (Landrats) von Bad Kissingen, Freiherr von Moreau, als Attraktion für die Kurgäste und Touristen. Die Stadt beauftragte den erfolgreichen Dichterpfarrer Ludwig Nüdling mit der Ausarbeitung des Stoffs und Alois Sator (Theater Würzburg) mit der Regie. Von Anfang an legte man trotz des lokalgeschichtlichen Inhalts großen Wert auf die überörtliche Bedeutung und zeitübergreifende Gültigkeit der christlichen Botschaft. Diese besagt, dass ein fester Glaube auch in schwersten Zeiten eine entscheidende Hilfe sein kann. Bis auf eine (u.a. kriegsbedingte Pause) wird das Stück jedes Jahr ausschließlich von Laiendarstellern aus der Bürgerschaft aus Münnerstadt und seinen Ortsteilen in der Originalfassung aufgeführt. Meist spielen diese ein Leben lang in wechseln-den Rollen mit und sorgen so dafür, dass ihr Heimatspiel ein fester und wichtiger Anker im Jahreslauf von Münnerstadt bleibt. Quelle: H.-Rudolf Becher, „Historische Volksschauspiele in Franken“

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Bilder

Mit einem farbenprächtigen Erntedankfest beginnt das historische Volksschauspiel „Die Schutzfrau von Münnerstadt“ auch in diesem Jahr am 30. August, sowie am 6. und 13. September. Hunderte von Bürgerinnen und Bürgern erwecken die Legende um die wundersame Errettung ihrer Stadt in einer aufwändigen Inszenierung zu neuem Leben. Foto Christine Schikora

Die Rose als christliches Symbol für die Muttergottes zieht sich wie ein roter Faden durch das pa-ckende Spiel von der „Schutzfrau von Münnerstadt“. Hier soll ein Rosenstrauß von Kommandant Michel Stapf den Weg zur Bürgermeisterstochter finden. Foto Christine Schikora

Oh Schreck! Der schwedische Gesandte fordert die Übergabe der Stadt. Wie diese vor der Vernich-tung gerettet wird, schildert das historische Volksschauspiel „Die Schutzfrau von Münnerstadt“ am 30. August sowie am 6. und 13. September. Foto Christine Schikora
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