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Vollversammlung der Handwerkskammer für Mittelfranken

Engelthal – „Das beste Ergebnis der Nachkriegszeit“, mit diesen Worten beschrieb der Präsident der Handwerkskammer Heinrich Mosler in seiner Eröffnungsrede bei der Vollversammlung der Handwerkskammer für Mittelfranken die derzeitige Konjunkturlage. Rund 85 Prozent der mittelfränkischen Betriebe bezeichneten ihre wirtschaftliche Situation als gut oder zufriedenstellend. Ausschlaggebend für diese hervorragende wirtschaftliche Entwicklung im Handwerk sei die nach wie vor gute Lage im Bau- und Ausbaubereich. Nicht ganz so positiv zeige sich nach Mosler die Entwicklung bei der Nachwuchswerbung. „Im Jahr 2013 haben erstmals mehr junge Leute in Deutschland ein Studium begonnen als eine Lehre“, bemerkte er. Hauptgeschäftsführer Prof. Dr. Elmar Forster ergänzte dazu in seinem Referat kritisch, dass dem Handwerk ein empfindlicher Einbruch drohe, wenn sich die Europäische Union mit ihren Bestrebungen durchsetze, den Meisterbrief weiter politisch zu schwächen. Das deutsche Handwerk tue alles um die wirtschaftlichen und tatsächlichen Vorteile des international gelobten dualen Bildungssystems den Menschen zu verdeutlichen, sagte Forster. „Dabei sprechen die Fakten für uns, denn Deutschland hat die niedrigste Jugendarbeitslosigkeit in Europa.“

Kritisch hinterfragte Forster auch die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank. Es stelle sich die volkswirtschaftliche Frage, ob „diese inflationäre in Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank uns allen auf Dauer zugute kommt“. Nach Forsters Meinung dürfe dies bezweifelt werden, denn Deutschland finanziere mit seinen Exporterfolgen die Kredite der anderen Länder mit. Insgesamt plädierte Forster für eine wirtschaftliche Entlastung des Handwerks. Weder die Änderungen des EEG-Gesetzes, noch die Überschüsse nach der Neuordnung der Rundfunkfinanzierung kämen den mittelständischen Betrieben zu gute, obwohl sie diese erwirtschaftet hätten. Stattdessen belasteten die Rentenreform und der Mindestlohn das Handwerk. Junge Menschen sollten erst nach ihrem 26. Lebensjahr oder nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung Anspruch auf den Mindestlohn haben. „Sonst besteht die konkrete Gefahr, dass junge unqualifizierte Arbeitskräfte lieber einen so genannten Mac-Job mit garantierten 1500 Euro brutto annehmen als eine zwei- oder dreijährige Ausbildung mit geringerem Lohn zu beginnen“, resümierte Forster.

Zur Vollversammlung konnte Präsident Mosler auch den Engelthaler Bürgermeister Günther Rögner begrüßen. Dieser bekundete seine Freude, dass das höchste Gremium der Handwerksorganisation in diesem Sommer das Nürnberger Land als Tagungsort für seine Sitzung gewählt habe. Präsident Heinrich Mosler betonte, dass die Gemeinde mit seinen rund 1200 Einwohnern die Vielfalt des Handwerks widerspiegle. „In der Gemeinde betrieben nicht nur Metzger, Bäcker und Friseure ihr Gewerk, sondern auch Schornsteinfeger, eine Fotografin und ein Sattler und Feintäschner“, meinte Mosler. Des Weiteren konnte Präsident Mosler dem Gremium den neugewählten stellvertretenden Kreishandwerksmeister, Stefan Adelmann, vorstellen. Er ist der künftige Ansprechpartner für die Innungsbetriebe im Nürnberger Land. Nach einer rund zweistündigen Sitzung, in der neben neuen Bestimmungen im Ausbildungs- und Prüfungswesen auch die Jahresrechnung 2013 verabschiedet wurde, endete die Sommervollversammlung der Handwerkskammer für Mittelfranken.

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Mit einer Führung durch die Altstadt von Hersbruck stimmten sich die Mitglieder der Vollversammlung der Handwerkskammer für Mittelfranken auf ihre Sitzung im Nürnberger Land ein.

Bürgermeister Günther Rögner (Pult) begrüßte die Vollversammlung sowie Präsidium und Geschäftsführung der Handwerkskammer für Mittelfranken in der Gemeinde Engelthal. (v.li.): Geschäftsführer Wolfgang Uhl, Geschäftsführer Dr. Rainer-Johannes Wolf, Hauptgeschäftsführer Prof. Dr. Elmar Forster, Präsident Heinrich Mosler, Vizepräsident Thomas Pirner und Vizepräsident Andreas Hofmann.

Rund 40 Delegierte kamen zur Sommervollversammlung der Handwerkskammer von Mittelfranken nach Engelthal
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