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Wirtschaftsreferent Dr. Fraas stellt neuen Mietenspiegel für Nürnberg vor

Nürnbergs Wirtschafts- und Wohnungsreferent Dr. Michael Fraas hat am heutigen Freitag, 11. Juli 2014, den neuen „Nürnberger Mietenspiegel 2014“ vorgestellt, den er dem Stadtplanungsausschuss am 24. Juli 2014 zum Beschluss vorlegen wird. Im Turnus von zwei Jahren wird im Mietenspiegel das aktuelle Niveau der Wohnungsmieten in Nürnberg wiedergegeben.

Der Mietenspiegel setzt keine Mietpreise fest. Er sorgt vielmehr auf der Basis einer repräsentativen Erhebung der tatsächlich gezahlten Mieten für die erforderliche Transparenz auf dem Wohnungsmarkt. Damit bietet er sowohl Mieterinnen und Mietern als auch Vermieterinnen und Vermietern eine notwendige und wichtige Orientierungshilfe. Als qualifizierter Mietenspiegel wird er als Entscheidungshilfe bei mietrechtlichen Auseinandersetzungen herangezogen.

Im Zeitraum von zwei Jahren sind in Nürnberg neu vereinbarte Wohnungsmieten um durchschnittlich 6,9 Prozent gestiegen. Im letzten Mietenspiegel von 2012 betrug der Anstieg 4,1 Prozent. Dr. Fraas sagt hierzu: „Insgesamt gesehen ist das ein Anstieg, der angesichts der zahlreichen Berichte über Mietpreissteigerungen in den vergangenen Monaten zu erwarten war“.

Der Anstieg ist im längerfristigen Vergleich der Mietenentwicklung nicht außergewöhnlich hoch, hat sich aber beschleunigt und liegt, wie schon seit vielen Jahren, deutlich über dem Anstieg der Lebenshaltungskosten und der allgemeinen Einkommensentwicklung. Das heißt, für viele Menschen nimmt der Anteil, den sie aus ihren Einkommen für Wohnen aufbringen müssen, zu.

Im Einzelnen zeigt sich im aktuellen Mietenspiegel folgende Entwicklung.

  • Die Durchschnittsmiete bei Neuvermietungen liegt bei 6,86 Euro pro Quadratmeter, nachdem sie zwei Jahre zuvor noch bei 6,42 Euro pro Quadratmeter lag. Im Vergleich zum vorausgegangenen Mietenspiegel (2012) ergibt sich ein durchschnittlicher Anstieg aller in den letzten vier Jahren neu vereinbarter Mieten um durchschnittlich 6,9 Prozent.
  • Im Zeitraum von 2012 bis 2014 sind Mietpreissteigerungen in allen Wohnungsgrößen- und Baualtersklassen festzustellen. Im Unterschied dazu war im Zeitraum 2010 bis 2012 bei kleineren Wohnungen unter 40 Quadratmeter, die nach 1918 erbaut worden waren, noch ein leichter Rückgang der Quadratmetermieten zu registrieren.
  • Die höchsten Mietsteigerungen (circa zehn Prozent) sind bei großen Wohnungen ab 80 Quadratmetern in allen Baualtersklassen festzustellen.
  • Auch die Mieten kleiner Wohnungen bis 30 Quadratmeter sind mit über acht Prozent stärker als der Durchschnitt gestiegen.
  • Die Quadratmetermiete weist eine Spannweite von 4,50 Euro pro Quadratmeter bis 14,60 Euro pro Quadratmeter auf. Der untere Wert der Preisspanne von 4,50 Euro wird in Nürnberg für eine 60 bis 80 Quadratmeter große, zwischen 1919 und 1948 erbaute Wohnung bezahlt. Die relativ höchsten Mieten sind wieder bei sehr kleinen Neubauwohnungen zu verzeichnen. Bei Neubauwohnungen mit einer Wohnungsgröße unter 30 Quadratmeter liegt die Miete am oberen Wert der Spanne mit 14,60 Euro pro Quadratmeter.
  • Der Mietenspiegel wird von der Stadt Nürnberg (Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth, Stab Wohnen) auf Grundlage der Datenauswertung durch das Institut für empirische Marktanalysen – EMA – aus Sinzing bei Regensburg erstellt und zusammen mit dem Grund- und Hausbesitzerverein Nürnberg und Umgebung e.V., dem Deutschen Mieterbund Nürnberg und Umgebung e.V., dem Verein „Mieter helfen Mietern“ Nürnberger MieterInnengemeinschaft e.V., der WBG Nürnberg Gruppe sowie der Vereinigung der Wohnungsunternehmen in Mittelfranken e.V. herausgegeben.

„Ich danke den Kooperationspartnern sehr für ihre Mitwirkung. Die Beteiligung der Interessenverbände trägt maßgeblich zur Akzeptanz und Aussagekraft des Nürnberger Mietenspiegels bei“, betont Dr. Fraas.

Die Aufstellung eines Mietenspiegels beruht auf den Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuchs. Datengrundlage des Mietenspiegels sind Auswertungen der Wohnungs- und Haushaltserhebungen durch das Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth. Für die Fortschreibung wurden die Daten von 1 018 Befragten ausgewertet. Der Mietenspiegel wurde nach anerkannten wissenschaftlichen Grundsätzen erstellt und erfüllt somit die Voraussetzungen eines qualifizierten Mietenspiegels im Sinne des § 558 d BGB. Die Auflage beträgt 30 000 Stück.

Der Mietenspiegel ist ab 1. August 2014 beim Stab Wohnen, Marienstraße 6, 3. Obergeschoss, Zimmer 310, im BürgerInformationsZentrum, Hauptmarkt 18, bei den Bürgerämtern und bei den mitwirkenden Verbänden zu einem Preis von 2,50 Euro erhältlich.

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