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Wilson-Gospel-Chor startete in Abenberg mit dreiwöchiger Gospeltour

ABENBERG (hi) - Heiß im doppelten Sinne des Wortes startete der "Wilson-Gospel-Chor" seine 10. Gospelgottesdienst-Tour am vergangenen Sonntag in der Sankt-Johannis-Kirche des evangelischen Gemeindezentrums in Abenberg. Drei Wochen sind die 40 Sängerinnen und Sänger, meist aus der Umgebung stammend, mit Chorleiter Jimmy Brooks-Potratz und Namensgeber Reverend James A. Wilson, der extra aus den USA anreiste, nun unterwegs zu dreizehn Auftritten im Landkreis Roth und darüber hinaus in der Region.

Pfarrer Tobias Brendel, der "weltliche Hausherr" des Gotteshauses, war bei seiner Begrüßung die Vorfreude auf das nahende Ereignis anzumerken. Wann schon ist die Kirche trotz der kaum auszuhaltenden hohen Außentemperaturen so gefüllt wie an diesem Nachmittag.

Dass der Anlass des Chor-Auftritts ein Gottesdienst und kein Konzert sei, nahmen die Anwesenden zur Kenntnis. Aber zu sehr waren sie gefangen von den gewaltigen Stimmen des choralen Gesangs. Schon beim Einzug solidarisierten sich die Besucherinnen und Besucher, stehend mit rhythmischem "in-die-Händeklatschen" zu "Rock my soul" in the bosom of Abraham (Wiege meine Seele in Abrahams Schoß) mit den Chormitgliedern und machten dem Motto ihres Chorgründers, "Gospel muss aus dem Herzen klingen" (Hochwürden James A. Wilson) alle Ehre.

Das Programm wurde mit "neuen, alten Liedern", so Chorleiter Jimmy Brooks-Potratz in seinen einführenden Worten, völlig neu gestaltet. Zeitangepasst. Denn die Gründe des afro-amerikanischen Gospelgesangs sind heute so aktuell wie vor über einhundert Jahren, als die schwarzen Amerikaner in christlichen Liedern ihre Gefühle und die durch den Glauben wachsende Lebensfreude und Zuversicht zum Ausdruck brachten.

In den Gospeln hätten viele Menschen auf ihrer Suche nach Freiheit, Frieden und Liebe den Glauben gefunden. Auch heute noch, mehr denn je, würden Menschen ihr Land nicht freiwillig verlassen, würden gefangen genommen, gekidnappt, mit Gewalt außer Landes gebracht. Unter schwerster Pain und mit der Peitsche müssten sie in einem für sie fremden Land leben, im Christentum, teilweise zwangsmissioniert.
Heute seien diese Menschen teilweise immer noch nicht angekommen. Es gebe Vorurteile, der Rassismus sei auch immer noch da, sie würden immer noch Halt in ihrer neuen Religion suchen, die sie annehmen mussten.

Um zu helfen Geschichte aufzuarbeiten, besang der Chor im ersten Programmteil mit alten Liedern Schmerz und Pain, unter anderem mit "Holy spirit Thou art welcome" (Heiliger Geist Du bist hier willkommen), "Sometimes I feel like a motherless child" (Manchmal fühle ich mich wie ein Kind ohne Mutter - weit weg von zu Hause) oder "I've got peace like a river" (Meine Seele ist wie ein Fluss der Ruhe). Aber auch mit Klassikern "Put your hand in the hand" (Lege deine Hand in die Hand des Mannes aus Galiläa) oder "You'll never walk alone" (Halte deinen Kopf oben, wenn du durch Sturm, Regen oder Wind läufst), bekannt auch als Hymne des FC Liverpool.

Beeindruckende Predigt von Reverend James A. Wilson

"Wer bist Du?" Heute sei der Tag, um es herauszufinden. Reverend (Hochwürden) James A. Wilson stellte den Sinn der Menschwerdung Gottes in den Vordergrund seiner beeindruckenden Predigt, die von den Chormitglieden Angelika Wießmeier, zugleich Dirigentin, und Theofil Steuer vom Englischen ins Deutsche übersetzt wurde.

Gott habe den Menschen im Garten erschaffen, und der Mensch habe gesündigt. Aber aufgrund der Liebe des Herrn habe er uns seinen Sohn gegeben, um uns zu erlösen. Mit schlüssigen Worten gab der Geistliche den Anwesenden Kraft zur Stärkung ihres Glaubens.

Chorgesang ließ auf Gottesdienstbesucher "Funken überspringen"

Noch mehr war der Focus auf die rufenden Stimmen der Solistinnen und Solisten im zweiten Teil des Gottesdienstes gerichtet. Eröffnet wurde dieser mit dem traditionellen Gospellied "Just a closer walk with Thee" (Lass mich immer mit dir gehen) von James A. Wilson. Erstaunlich die stimmliche Variabilität des Reverend, er mehrere Stimmlagen mit erstaunlicher Leichtigkeit beherrscht. Die Antwort des Chores ließ spürbar den "Funken" auf die Zuhörer/innen überspringen und wurden emotional selbst zu Chormitgliedern. Instrumental begleitet wurde der Gesang während des Gottesdienstes vom Klavierspiel der Chorleiters, von Saxophon und Schlagzeug.

Den Liedern "Victory ist mine" (Heute ist der Sieg mein), "Fix it Jesus" (Bevor ich mich auf den Weg zu dir mache, bitte bringe alles in Ordnung), "Give me a heart like thine" (Herr, gib mir ein Herz, sowie das Deine) folgte der Klassiker "Oh Happy Day", zugleich das Motto der alle zwei Jahre stattfindenden Gospeltour.

Mit "We are going down Jordan" (Kinder, ihr müsst, wenn ihr in den Himmel kommen wollt, für das was ihr im Leben getan habt, gerade stehen) ließ er Chor die vom Anfang der 70er Jahre bekannten "Les Humphrie Singers" wieder aufleben. Ähnlich populär "When the roll is called up yonder" (Wenn er uns zu sich hinüber ruft, dann bin ich dabei).

Der Wilson-Gospel-Chor will mit seiner Gospeltour den Menschen nicht nur Freude machen, sondern gleichzeitig Spenden sammeln für den Verein Kriegskindernothilfe e. V., um deren Arbeit in Bungoma/Kenia und um die Gemeinde herum bei ihrem Kampf gegen Armut und Hunger, Aids und Arbeitslosigkeit zu unterstützen. 1. Vorsitzender ist Chormitglied Theofil Steuer. Am Ende des fast zweistündigen Gottesdienstes nahmen der 1. Vorsitzende des 1. FCN-Fanclub "Die Abenberger Burgglubberer", Gerd Haubner und Schriftführer Karlheinz Wölfel die Gelegenheit wahr, eine Spende in Höhe von 300 Euro für diesen Zweck in Anerkennung der Vereinsleistungen zu überreichen (Bild mit Text folgen).

Mit "Because he lives" (Weil er lebt, kann ich der Zukunft entgegen sehen und alle Angst ist verschwunden), "God is" (Gott ist der Schutz meines Lebens in der Dunkelheit) und zum Auszug mit dem Protestlied aus der US-Bürgerschaftsbewegung "We shall overcome" verabschiedete sich der Wilson-Gospel-Chor von einem begeistert mitgehenden Publikum.

Weitere Gospelgottesdienste im Landkreis Roth finden noch statt in Büchenbach (6.9.), Roth (8.9.) und Hilpoltstein (17.9.). Außerdem in Berolzheim (2.9.), Neuburg an der Donau (4.9.), Betzenstein (11.9.), Nürnberg-Gebersdorf (13.9.) und in Marktbergel (15.9.). Weitere Infos unter: www.wilson-gospelchor.de

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Bilder

Wilson-Gospel-Chor. Foto: Karlheinz Hiltl

Wilson-Gospel-Chor. Foto: Karlheinz Hiltl

Wilson-Gospel-Chor. Foto: Karlheinz Hiltl

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